Rennberichte

Meine Rennberichte zu absolvierten Rennen, vollständiger Rennbericht


12h-Indoor-DM

am 25.02.2012 in Rotenburg/Fulda - 2. Platz

Teamrennen sind besonders, solche Veranstaltungen bereits im Februar noch mehr. Diese Veranstaltung dann auch noch durchgeführt in einer Hotelanlage, einzigartig.
Um sich selbst mal ein Bild von dem Event zu machen, musste man in einem so großen Team wie unserem nicht sehr lange suchen, die vier Fahrer für das antretende Rennteam waren schnell zusammengestellt. Oliver Gaedicke, Tim-Christopher Stahnke, Teamneuling Florian Richter und ich sollten beim Kampf um den Sieg bei der 12h-Indoor-Meisterschaft ein Wörtchen mitreden können.

Noch während des Wintertrainings und ohne spezielle Vorbereitung ist es vor Beginn eines Wettkampfes schwer zu sagen, ob man denn auch ein gewisses Maß an Leistungsfähigkeit besitzt und dies im Rennen auf das Rad bringen kann. Nach dem Rennen muss ich sagen: "Man kann."
Die Hotelanlage Göbel Hotels Arena hoch über Rotenburg/Fulda bildete den spektakulären Rahmen für das Rennen, viele gute Berichte über die letztjährige Premierenveranstaltung versprachen einen gelungenen Saisonstart. Das Fahrerlager war integriert in die Sporthalle, die Strecke führte vom Start in der Halle durch die Außenanlage (ja, Indoor bedeutet eben nicht ausschließlich Indoor) in das mehrgeschössige Parkhaus, einem kleinen Downhill und wieder zurück durch die Empfangshalle in den Start-/Zielbereich. Dank des guten Wetters musste man keine Regen- oder Schneeschauer befürchten müssen, der feuchte und in dem Downhill überaus schlammige Untergrund verlangte nach guter Präzision beim Durchfahren der gezählten 38 Kurven pro 1450m-Runde.

Wochenlanges Austüfteln der Renntaktik mündete schließlich in dem Ziel, auch einen positiven Trainingseffekt aus der zwölfstündigen Tortur zu ziehen. Startfahrer Florian begann, entgegen der sonst üblichen Startschuss-Genickbruch-Taktik, verhalten.
Das Ziel war es, uns an die Fersen des favorisierten Titelverteidigers vom Rhein-Neckar-Racingteam zu heften und im Windschatten unsere Runden zu drehen. In der ersten Rennstunde gelang dies sehr gut, unsere Konkurrenten hielten wir in Schach und agierten auf Augenhöhe. Der mühsam in den Anstiegen herausgefahrene Abstand wurde beim "Anstellen" in der Abfahrt meist sofort wieder zunichte gemacht, unsere nicht sonderlich ausgeprägten Fähigkeiten im Slalom- und Ohne-Rücksicht-auf-Verluste-fahren brachten uns immer wieder um den Vorsprung, dafür aber auch viele freundliche Worte anderer Fahrer auf dem Kurs ein.
Ab der zweiten Rennstunde war es jedoch vorbei mit der führenden Position, nach unserem Wechsel der Fahrer war das Konkurrenzteam um Sekunden enteilt, diese wenigen Meter waren auch mit größter Kraftanstrengung und Ehrgeiz nicht mehr aufzuholen. Zu allem Überfluss wurde auch noch unmittelbar vor uns die Strecke zur Bergung eines verletzten Fahrers aus dem Downhill gesperrt und aus Sekunden wurden Minuten.
So war die Umrundung unausweichlich, mit dieser im Gepäck war es natürlich doppelt schwer wieder in Schlagdistanz zu kommen. So besonnen wir uns auf ein unfallfreies Fahren im Indoorbereich, schließlich brachten ständig wechselnde Untergründe unzählige Fahrer zu Fall. Zudem hielten wir das Tempo hoch und versuchten gleichzeitig die langsameren Fahrer, darunter auch ein Kinderteam (jüngstes Mitglied gerade 8 Jahre alt), nicht zu gefährden und alle Überrundungen fair zu gestalten. Warum man dafür in zwei Fällen noch Schläge angeboten bekommt bzw. mit "Lass mich in Ruhe, du Ar...!" beschimpft wird, ist mir aber ein Rätsel. Na ja, ich habe es einfach mal nicht persönlich genommen.
Die perfekten Rahmenbedingungen versorgten uns mit bester Verpflegung - Kalt- und Warmbuffet, reichlich Getränkeauswahl und Kuchen brachten den Energiehaushalt wieder in Balance, eine Teilnahme an der Parallelveranstaltung im Kettcar-Slalomfahren blieb mir mit Verweis auf meine Körpergröße leider verwehrt. So verbrachte ich die restliche rennfreie Zeit eben auf der Rolle...

Nach 194 Runden wurde schließlich die Zielfahne geschwenkt, wie erwartet tat sich im Gesamtklassement nicht mehr viel und mit zwei Runden Rückstand auf Rhein-Necker-Racing erkämpften wir uns den zweiten Rang.
Im Hinblick auf die anstehenden Wettkämpfe können wir mit Fug und Recht behaupten, auch dort konkurrenzfähig zu sein, wäre es heute nur bergauf gegangen - das Ergebnis hätte anders ausgeschaut... In diesem Sinne werden wir uns noch an die technische Fahrausbildungen machen, kraftmäßig ist alles im Soll.

Die nächsten Wochen verheißen dennoch eine Menge Trainingsstunden und Disziplin, bevor im April erstmals diese Saison die Messer richtig gewetzt werden.

FOTOS: Bad Salzdetfurth racing